Wanderungen und Führungen in und um Pünderich

Wandertipp 1: „Auf eigene Faust Pünderich entdecken“

Ein Rundgang durch den historischen Ortskern.

Route: geteerte und gepflasterte Wege
Startpunkt: Fähre in Pünderich
Dauer: 1 bis 1/2 Stunden
Holztafeln: Viele Häuser haben eine schön gestaltete Holztafel, die über die wechselvolle Vergangenheit der Gebäude berichtet.

Ihr Weg:
Start an der Fähre.
Sie sehen auf die Mosel. Diese entspringt in den Südvogesen und fließt nach 545 km bei Koblenz in den Rhein. Vielleicht tuckert gerade ein Schlepper an Ihnen vorbei. Das jährliche Frachtaufkommen beträgt ca. 16 Millionen Tonnen.

Von der linken Moselseite grüßt die Marienburg, etwas weiter flussaufwärts der Aussichtsturm. Er bietet einen traumhaften Rundblick. Beides sind lohnenswerte Ausflugsziele für Sie in den nächsten Tagen. Etwas weiter oberhalb kommt gerade ein Zug aus dem Tunnel (456 m lang) und fährt über das längste Hangviadukt Europas (97 Bögen ), damalige Baukosten 460.000 Mark.

Wenden Sie sich nun dem Dorf zu. Sie sehen ein schönes Fachwerkhäuser-Ensemble. Wohl eines der schönsten Fotomotive in Pünderich. Vorne links, zunächst das „Alte Fährhaus“. Achten Sie auf die schöne Holzschnitzereien. Den Lebenslauf des Hauses schildert die Holztafel.

Gehen Sie bitte weiter moselaufwärts. Am Ende der Häuser geht links ein Privatweg ab. Dieser führt zu einem der ehemaligen Zehnthäuser, dem „Springiersbacher Hof“. Informieren Sie sich an der Holztafel.

Etwa 70 m zurück biegen Sie dann in die Kirchstraße ein zum Clemensplatz. Links stehen Sie vor dem romantischen „Weinschiffchen“, einer gemütlichen Straußwirtschaft.

Gehen Sie links vorbei über die Rathausstraße bis Ecke Eltzer Straße. Dort sehen Sie rechts ein weiteres ehemaliges Zehnthaus, das der Grafen von Eltz –siehe Tafel-. Neben der Eingangstür können Sie eine Holzmarkierung mit den früheren Hochwasserständen entdecken.

Wenige Meter weiter auf der Rathausstraße stehen Sie vor dem früheren Rathaus bzw. der späteren Schule. Auch hier -siehe Tafel-

Nun geht es rechts die Marienburger Straße hoch. Nach der „Alten Dorfschenke“ sehen Sie ein ehem. herrschaftliches Fachwerkhaus -siehe Tafel-.

An der Kreuzung rechts anhalten, nach ca. 30 m sehen Sie ein weiteres – früher gräfliches – Fachwerkhaus, welches als auch als Pfarrhaus genutzt wurde, -siehe Tafel-.

Fast gegenüber rechts steht ein aufwendig renoviertes „altes Winzerhaus“ aus dem 17. Jahrhundert.-siehe Tafel-

Bitte gehen Sie ca. 20 m zurück nach links durch ein schmales Gässchen, welches mit Flusssteinen gepflastert ist. In der Eltzer Straße wenden Sie sich nach links und stehen vor dem ältesten Haus von Pünderich, das Haus Kerner. Bitte lesen Sie auch hier die Tafel und achten Sie auf die napoleonische Hausnummer.

Sie gehen nun weiter bis zur Kirchstraße und stoßen auf ein schmales Fachwerkhaus aus dem Jahre 1565 -siehe Tafe- . Es ist verbunden mit dem ehemaligen Zehnthaus des Simeon-Stiftes. Sollte das Tor offen sein, lohnt sich ein Blick –rechts- auf die schöne alte Haustür.

Die Kirchstraße hoch, nach ca. 50 m finden Sie links das Haus Schilling, darin war früher die Bäckerei. Weitere Information -siehe Tafel-

Nun gehen Sie hoch bis zu Pfarrkirche Maria Himmelfahrt. -siehe Tafel-

Wenn Sie nun die Hauptstraße überqueren, sehen Sie links das Alte Eichhaus. -siehe Tafel-

Die nächste Querstraße heißt „Alte Moselbahn“ und erinnert, dass hier die frühere Bahnstrecke der rechten Moselseite von Bullay nach Trier verlief. Wenn Sie nach links die Straße durchgehen, treffen Sie auf Signal, Schienen und Schautafel zu dieser alten Moselbahn.

Wandertipp 2: „Reiler Goldlay Weg“

Route: geteerte Wege, Rebland, Waldesnähe
Anspruch: einfach, leichte Steigung, befestigte Wege, ca. 6 km
Startpunkt: Kirche in Pünderich

Ihr Weg:
Von der Kirche aus gehen Sie etwa 200 Meter „moselaufwärts“ der Haupstraße entlang. Folgen Sie nun die Abzweigung in die Straße „Zum Rosenberg“. Nach wiederum 200 Metern linker Hand, über die Straße „Im Wingert“, gelangen Sie nach ca. 1000 m auf einen befestigten Feldweg. Dieser führt unter der Bundesstraße hindurch, vor Ihnen liegt weites leicht ansteigendes Rebland. Ihr Weg führt Sie geradeaus, immer Richtung Wald. Auf dem Weg sehen Sie linker Hand Briedel, rechts liegt Reil.

Vor dem Wald folgen Sie dem Weg zur rechten Seite. Dort oben in Waldnähe liegen einige kleine Privatflächen, zum Teil mit Biotopen oder Dammwild, manchmal weiden hier auch einige Schafe. Linker Hand befindet sich die örtliche Grillhütte. Hier lässt es sich im mittäglichen Schatten auch gut rasten, man kann den Blick weit über das Tal schweifen lassen, die Marienburg immer im Visier. Auch lassen sich hier einige Wildvögel beobachten, Elstern, kleine Turmfalken und andere Raubvögel suchen in den Brachflächen nach Nagetieren.

Folgen Sie dem Weg weiter Richtung Reil. Dabei queren Sie den Bergweg und schreiten etwas abwärts, dann leicht steigend in weitläufiges Weinbergsland. Vor Ihnen erstrecken sich die Gemeinden Reil (auf der gegenüber liegenden Seite) und Burg. Kurz bevor Sie auf der Höhe der Reiler Brücke sind fällt der Weg abrupt hinunter zur Moselstraße. Unten angelangt können Sie rechter Hand, auf dem alten Friedhof (heute erinnert nichts mehr daran!) eine kurze Pause einlegen. Unterhalb ist die Bundesstraße gut zu überblicken, queren Sie hier die Fahrbahn auf den gegenüberliegenden Fahrradweg und halten sich rechts.

Auch hier bleiben Sie immer auf dem geteerten Fahrradweg. Vorbei an einer kleinen Baumallee sehen Sie den Campingplatz, daran vorbei wird der Uferstreifen immer breiter. Hier wird der naturnahe Charakter bewahrt, es wachsen heimische und typische Gräser und Blumen. Oft sind hier im Uferstreifen auch die Wildschweine zu Gange, dies liegt unter anderem auch an der Pflanze Topinambur (wilde Sonnenblume) gedeiht und den Schweinen als Nahrung dient. Rechtseitig des Weges stehen viele Ertragsanlagen, die meisten davon als gut zu bearbeitende Drahtanlagen, zur linken sehen Sie Europas längstes, freistehendes Hangviadukt, die Hauptverbindung der Bahn zwischen Koblenz und Trier. Unterhalb des Viaduktes werden alle Weinberge gebaut, oberhalb sind die Rebanlagen fast nicht zugängig und liegen deswegen brach.

Am Spielplatz führt eine Straße rechts bergauf. Folgen Sie dieser bis an die Kreuzung. Das alte Schulhaus wird noch immer betrieben. Schon einige Generationen haben hier die Schulbank gedrückt.

Wandertipp 3: „Moselhöhenweg“

Route: geteerte Wege, Waldwege, Rebland, Panorama
Anspruch: mittel bis anspruchsvoll, leichte bis mittlere Steigungen, befestigte Teerwege, unbefestigte Waldwege, festes Schuhwerk erforderlich, ca. 10 km
Startpunkt: Kirche in Pünderich

Ihr Weg:
Von der Kirche aus gehen Sie etwa 200 Meter „moselaufwärts“ der Haupstraße entlang. Folgen Sie nun die Abzweigung in die Straße „Zum Rosenberg“. Nach wiederum 200 Metern linker Hand, über die Straße „Im Wingert“, biegen Sie nach ca. 500 m rechts ab. Durch die Unterführung gelangen Sie in die Weinberge. Folgen Sie dem befestigten Weg bergauf zum Wald hin. Vor dem Wald biegen Sie rechts ab, vorbei an der Grillhütte. Dem nächsten kreuzenden Feldweg folgen Sie links bergauf in den Wald hinein. Im Wald, auf der Höhe des Hauses, gehen rechter Hand zwei Wege ab. Der breitere, ausgefahrene führt bergan in den Wald, Sie folgen dem unteren, schmaleren Waldweg!

Leicht bergan schlängelt sich dieser Weg nun Richtung Reil, hier und da muss man über Äste steigen, knorrige Wurzeln wuchern auf dem Weg. Dafür ist die Luft unbeschreiblich frisch und herrlich „waldig“. Der Höhenweg zieht sich nun einige Kilometer, manchmal im Wald, manches mal frei am Hang. Es bietet sich ein herrliches Panorama in das Moseltal und sein umliegendes Rebland. Im Blick haben Sie die Ortschaften Reil, Burg und Enkirch. Pünderich liegt nun hinter Ihnen. Auf der Höhe der Ortschaft Burg führt ein geschlängelter Waldweg bergab, hinaus aus dem Wald, rein in die Weinberge. Noch ein Stück müssen Sie sich nun rechts Richtung Burg halten, hier gehen die Schotterwege in geteerte Weinbergswege über. Oberhalb von Burg, in der Hälfte des Weges liegt ein wunderschöner überdachter Rastplatz. Hinter Ihnen liegt der Wald, linker Hand das Burger Schlösschen und Enkirch.

Nach der Rast geht es nun bergab: immer rechts halten, wieder den Blick nach Pünderich gerichtet. Mehrere Wege führen nun parallel zur Hauptstraße entlang durch die Weinberge. Der unterste Weg führt vorbei an Reil, hier haben Sie die Möglichkeit hinunter zur Reiler Brücke zu gehen. Von dort aus über die Hauptstraße auf dem Fahrradweg entlang (s.a. Wandertip 1 „Reiler Goldlay Weg). Oder folgen Sie der leichten Steigung wieder auf den parallel führenden Weinbergsweg oberhalb der Bundesstraße. Der geteerte Weg führt nun bis zu einer Gabelung, schon weit im Pündericher Weinbergsland. Ein Weg führt weiter unterhalb eines alten Sportplatzes. Danach geht es abrupt bergab, unter der Unterführung hindurch. Hier nehme Sie die letzte Steigung bis zur Dorfhauptstraße. Ihr Weg führt nun ein kurzes Stück entlang der Hauptstraße, rechts steht das Heiligen Hauschen der Mutter Maria. Ein paar Meter weiter Sind Sie wieder am Ausgangspunkt. Sie haben eine gute Tagesleistung vollbracht!

Wandertipp 4: „Kanonenbahn“ (Kleine Runde)

Route: mit der Fähre (bitte achten Sie auf die Fährzeiten!), Schotterweg, befestigter Wanderpfad z.T. mit Treppen, Rebland, Panorama, Interessantes und Wissenswertes
Anspruch: einfach bis mittel, Steigungen und Treppen, ca. 5 km
Startpunkt: Fährkopf in Pünderich

Ihr Weg:
Mit der Moselfähre der Gemeinde Pünderich setzten Sie auf die gegenüberliegende Moselseite über. Beachten Sie bitte, dass der Fährmann pro Überfahrt 1,- € pro Person kassiert. Nach dem Anlegen halten Sie sich direkt links und wandern den Schotterweg in Richtung Reil. Genießen Sie die hier noch unverfälschte Mosellandschaft, ein natürliches Ufergelände mit Biotopen, heimischen Pflanzen und Tieren. Entdecken Sie hier heimische Kräuter und Wildblumen, kleine Falter und Schmetterlinge. Nach ca. 800 m beginnt rechter Hand, fast ein wenig unscheinbar, der Erlebnisweg Kanonenbahn. Der Pfad führt nun stetig in die Weinberge hinauf. Unterwegs begleitet Sie das wunderschöne Panorama der Mosel und Pünderich. Beim Genießen der Aussicht kann man immer wieder ein kleines „Verschnauf-Päuschen“ einlegen. Vielleicht erinnern Sie sich beim nächsten Gläschen Wein nochmals an den Anstieg im Berg?! An den Panorama Plattformen „Kleiner Voyeur“ und „Großer Voyeur“ wird interessantes und geschichtliches über den Werdegang der Kanonenbahn berichtet. Nur wenige Wanderwege sind so natürlich in das umliegende Landschaftsbild eingebettet. Hier erlebt man den Kontakt zu der Reblandschaft quasi hautnah. Auf dem Berg angelangt kann man „Unter den Linden“ im Schatten Luft und Landschaft genießen. Haben Sie ein Vesper Paket dabei, so ist hier sicherlich der richtige Zeitpunkt zum pausieren.

Biegen Sie nun mit dem Weg recht zur Marienburg. Auf dem Kamm entlang bietet sich ein toller Blick auf Pünderich. Suchen Sie doch einfach mal den Paulushof von oben! Gefunden? Der Weg führt weiter entlang in den Wald hinein. Zur rechten liegt ein Heldenfriedhof, es herrscht hier eine ganz eigene friedliche Atmosphäre. Zur Linken sehen Sie im Wald viele tiefe Kuhlen, dabei handelt es sich um Bombentrichter. Der Grund liegt auf der Hand: Nur wenige Luftmeter entfernt befindet sich die Bullayer Bahnbrücke, ein begehrtes Ziel im Krieg. Die Bombardierung gelang und die Brücke wurde erst später wieder aufgebaut. Es handelt sich hierbei um eine inzwischen sehr seltene Doppel-Stock-Brücke. Oben fahren die Züge (kommen durch den Berg) und unten führt die Straße nach Bullay. Der Aussichtsturm läge auch auf dem Weg, jedoch ist dieser z.Zt. aus Sicherheitsgründen gesperrt. Aus dem Wald heraus trennen sich die Wege, entscheiden Sie selbst welchen Weg Sie gehen möchten. Der untere führt immer weiter den Berg hinunter. Hier haben Sie dann die Möglichkeit weiter abwärts, genau am runden Weinbergshäuschen, auf die Treppen zu stoßen. Alternativ bleiben Sie auf dem linken Weg und wandern über die Marienburg. Den Berg hinab kommen Sie über die Treppen oder auf dem geteerten Weg (dauert dann etwas länger). Wieder unten auf der Uferstraße angelangt halten Sie sich rechts zu Pünderich hin. Am Fährkopf setzen Sie wieder über und haben Pünderich erreicht.

Wandertipp 5: Briedeler Herzchen

Route: mit der Fähre (Bitte achten Sie auf die Fährzeiten!), geteerte und befestigte Wege, Rebland, Panorama
Anspruch: einfach, leichte Steigung, meist eben, längerer Fußmarsch, ca. 10 km
Startpunkt: Fährkopf Pünderich

Ihr Weg:
Mit der Moselfähre wird übergesetzt, Ihr Weg hält sich rechts der Mosel entlang und den geteerten Feldweg Richtung Marienburg hinauf. Oben im Sattel angelangt bietet sich Ihnen bereits ein schöner Blick, zur rechten ist Pünderich, links vor Ihnen liegt Briedel. Zur ersten Pause steht hier auch eine Bank für müde Waden bereit. Halten Sie sich nun stets nach Briedel hin, folgen Sie dem Weg rechts den Berg hinunter wieder parallel der Mosel entlang. Zur linken stehen die Weinreben der Lage „Briedeler Herzchen“ und strecken sich der Sonne entgegen. Zu Ihrer rechten passiert nun Briedel, auch hier gibt es eine Fähre. Für wen es bis hierher bereits genug war hat also die Möglichkeit, wieder die Mosel zu queren und auf der anderen Uferseite geradewegs nach Pünderich zu laufen (Bitte achten Sie auf die Fährzeiten Info darüber bei der Touristinfo). Weiter führt der Weinbergsweg nach Zell, hier kommen Sie auf der Höhe des Schwimmbads vorbei.

Der Weg führt geradewegs immer an der Mosel entlang, unter der Autobrücke hindurch. Sie befinden sich nun in Zell/Kaimt. Hier ist der Uferweg schön gestaltet, im Sommer strahlen Blumenrabatten und Bänke laden zum Verweilen ein. Wer rasten möchte, kann das Treiben auf und rund um die Mosel beobachten. Nach dem letzten Haus in Kaimt biegen Sie auf einem Sträßchen links ab. Die Anhöhe hinauf queren Sie nun die Bundesstraße. Zu Ihrer rechten befindet sich die 2. Auffahrt nach Zell/Barl und nicht zu übersehen auch die Marienburg. Ein kurzes Stück führt nun bergauf an der Straße entlang. Hier erreichen sie leicht rechts gerichtet auch wieder den Sattel zwischen den Briedeler und Pündericher Weinbergen. Vor Ihnen geht nun wieder der Weg stetig bergab hinunter nach Pünderich. Wie gehabt setzten Sie mit der Fähre nach Pünderich über. Oder hat sogar die Einkehrstation am alten Fährhäuschen geöffnet? Mit Sicherheit haben Sie sich nun eine Erfrischung oder gute Tasse Kaffee verdient!

Wandertipp 6: „Prinzenkopf“

Route: geteerte Wege, Rebland, unbefestigte Waldwege
Anspruch: einfach bis mittel, Steigungen und Treppen, ca. 6 km
Startpunkt: Bahnhof Bullay

Ihr Weg:
Vom Bahnhof Bullay aus führt ein Fußweg in weniger als 15 Minuten durch Bullay zur Schiffsanlegestelle am Moselufer. Mit der „Marienburg“ oder der „Burg Arras“ fahren wir nun stromaufwärts. Sofort fällt unser Blick auf alle drei Ziele: Über den Bug sehen wir oberhalb der kombinierten Eisenbahn-und Straßenbrücke die Marienburg, an Steuerbord voraus den Prinzenkopfturm und im Westen über dem Ferienort Alf thront die Burg Arras.

In den nächsten 30 Minuten lernen wir am linken und rechten Moselufer die weltbekannte “Schwarze-Katz-Stadt“ Zell, und nach einem weiten Bogen, den die Mosel hier beschreibt, die Weinorte Briedel und Pünderich kennen. Natürlich können wir auch überall aussteigen und moselländische Gastfreundschaft in alten restaurierten Ortskernen genießen, aber unser Ziel heißt Pünderich. Dort mit dem Flußschiffer angekommen, bringt uns der Fährmann ans linke Moselufer. Schon beim Übersetzen mit der „Pont“ sehen wir über dem steilen Weinberg die Marienburg. In über 300 Treppenstufen geht es nach oben. Ausreichend Ruheplätze, die zu einem weiten Blick ins Moseltal einladen, erleichtern das Aufsteigen.

Auf der Marienburg, heute Jugend-Bildungsstätte der Diözese Trier, kann der Besucher eine herrliche Aussicht genießen. Beim Blick nach Süden sieht er links und rechts die Mosel im Tal an sich vorbeifließen. Nur wenige hundert Meter breit ist der Bergrücken hier.

In 30 Minuten erreichen wir, über den Höhenkamm links den Blick nach Pünderich und Reil, den Aussichtsturm Prinzenkopf. Dieser ist derzeit jedoch leider aus Sicherheitsgründen gesperrt (Stand 08/2008, bitte erkundigen Sie sich über den Stand der Dinge vor der Wanderung.).

Nach dem Aufstieg auf die 20 Meter hohe Holzkonstruktion schweift unser Blick über viele Kilometer Moseltal und weit bis in die Hunsrück- und Eifelhöhen. Hier schlagen auch die Herzen der Eisenbahnfans höher. Das berühmte Pündericher Viadukt mit seinen 92 Bögen liegt unter uns. Die langen, aus sechsachsigen Waggons bestehenden Erzzüge mit Doppellokbespannung sind immer wieder eine Attraktion, zumal der Aussichtsturm über dem Prinzenkopftunnel steht und wir die Züge auch über die Eisenbahnbrücke in den Bullayer Bahnhof einfahren sehen.

Im Norden geht der Blick bis zur Staustufe St. Aldegund, dahinter sehen wir noch den Bremmer Calmont. Praktisch vor den Füßen liegen Bullay und Alf. Von hier aus sind die Windungen der Mosel am besten zu überschauen, Zell-Merl, Briedel, Pünderich und Reil sind zu erkennen. Im Westen thront auf waldreichem Hügel die Feste Burg Arras.

Zuerst geht es am Fuße des Aussichtsturms nach links zum Heldenfriedhof und dort rechts den Wald hinunter vorbei am Haus Waldfrieden. Wieder werden wir belohnt mit einem herrlichen Blick auf Alf, Bullay und St. Aldegund. Nach einer Linkskurve unterhalb des Waldfriedens führt der Wanderweg am Parkplatz etwas versetzt geradeaus in den Wald hinein. Hier beginnt der hervorragend angelegte Waldlehrpfad der Gemeinde Alf. Er ist ein Muß, vor allem für Familien mit Kindern. Nach rund 300 Metern erreichen wir die Dünwaldhöhe, ein herrlich angelegter Rastplatz.

Ein Schild weist uns nun den 30minütigen Weg durch den Wald zur Burg Arras. Dort lohnt sich das Besteigen des Wehrturmes und eine Besichtigung der Burg und des historischen Museums. Ein Restaurant lädt zur Vesper ein. Der Blick geht hinüber ins Höllenthal, wo Köhler Arras vor Jahrhunderten die Hunnen besiegte und er vom König das Recht erhielt, eine Burg auf diesem Bergkegel zu errichten.

Im Osten sehen wir unten im Tal das Freibad der Gemeinde Alf, am Alfbach gelegen. Ihm folgen wir die letzten 20 Minuten, wenn wir den Bergkegel abgestiegen sind. An der Mündung in die Mosel bringt uns die Fähre ,,Remigius“ wieder nach Bullay, wo der Zug wartet.

Doch sollte man sich vor der Abreise mit einem guten Essen aus moselländischer Küche für den schönen Tag belohnen – diesseits oder jenseits des Flusses.

Wandertipp 7: „Fährentour“

Route: geteerte und befestigte Wege, Fähren
Dauer: ca. 1,5 Stunden
Startpunkt: Fachwerkhäuser am Moselufer

Ihr Weg:
An der Mosel gibt es noch 7 Fähren zwischen Koblenz und Trier. Zwei davon kann man in folgende Wanderung mit einbeziehen.
Starten Sie an den beiden Fachwerkhäusern am Moselufer und gehen Sie flussabwärts am Campingplatz vorbei auf den Moseluferweg. Auf der Insel, gegenüber der Kläranlage kann man ab und zu Fischreiher und Kormorane beobachten. Hinter der Kläranlage beginnt ein Vogelschutzgebiet, Sumpfrohrsänger, Grasmücke und Spechte sind hier zu hören. Gleich nach dem Wald kommt die Wassertretanlage und der Kinderspielplatz von Briedel.

Nach 200 m sind Sie an der Briedeler Fähre. Von dieser Stelle aus können Sie einen Rundgang durch den historischen Ortskern von Briedel machen. Fahren Sie mit der Fähre (dienstags, donnerstags, samstags) auf die andere Moselseite und gehen unterhalb der Weinlage „Briedeler Herzchen“ auf dem Moseluferweg (flussabwärts) zurück in Richtung Pünderich. Sie sehen die Marienburg vor sich und nach dem Weidenwald links einen Tümpel, auf dem im Sommer die Seerosen blühen.
Mit der Pündericher Fähre gelangen Sie wieder an das andere Ufer.

Wandertipp 8: „Viadukttour“

Route: Fähre, geteerte und befestigte Wege
Dauer: ca. 1,5 Stunden
Startpunkt: Fähre in Pünderich

Ihr Weg:
Setzen Sie mit der Fähre an die andere Uferseite und gehen Sie am Unterstellhäuschen aus Bruchsteinen vorbei. Sie kommen nach wenigen Metern zum Steinbruch. Hier nisten im linken oberen Bereich Falken. Aus den Steinen dieses Steinbruchs wurden der Viadukt, übrigens der längste Hangviadukt Europas, und der Tunneleingang des Prinzenkopftunnels gebaut. Bleiben Sie an der kommenden Wegegabelung links auf dem Uferweg. Die in den Fluß hineinragenden Steinkrippen stammen aus einem der ersten Flussbegradigungsversuche.
Im Nachbardorf Reil kommen Sie an der Gemeindehalle wieder auf einen befestigten Weg. Er führt zu einer schönen Uferpromenade. Dort gibt es genügend Möglichkeiten zur Einkehr. Der Rückweg lässt sich verschieden gestalten, entweder über die Brücke und am Moselufer zurück oder über die Brücke und dann dem Schild „Reiler Goldlay“ nach durch die Weinberge zurück nach Pünderich.

Wandertipp 9: „nach Traben-Trarbach“

Route: Bahn, geteerte Wege, Waldwege, Rebland, Panorama
Dauer: ca. 5 Stunden
Startpunkt: Moseluferweg in Pünderich

Ihr Weg:
Gehen Sie den Moseluferweg von Pünderich nach Reil. Dort fährt die Moselweinbahn nach Traben-Trarbach.
Einfache Fahrt lösen. Nach 15 Minuten erreichen Sie die Stadt der interessanten Jugendstilbauten. Sehr sehenswert sind die Brückenschenke, das Hotel Claus Feist und das Mittelmoselmuseum. Die Wanderung beginnt 100 m unterhalb der Brückenschenke. Steiler Anstieg zur Burgruine „Grevenburg“. Die Brückenschenke ist ab 10 Uhr geöffnet. Auf dem Moselhöhenweg geht es weiter bis zum Ort Starkenburg. Auch hier besteht die Möglichkeit zur Einkehr. Sie gehen ein kurzes Stück Bundesstraße, dann biegen Sie links in die wohl schönste Strecke der Wanderung mit herrlichem Blick auf den Moselbogen und die Staustufe Enkirch. Abstieg nach Enkirch, sehenswerter Ortskern mit gut erhaltenen Fachwerkhäusern. Rückweg an der Mosel entlang nach Burg. Dort gehen Sie zur Kirche und der Weinbergsweg oberhalb der Kirche führt zurück nach Pünderich. Diese Tour ist jeden Tag möglich. Festes Schuhwerk empfohlen.

Wandertipp 10: „Burgentour“

Route: Fähre, geteerte Wege, Rebland, unbefestigte Waldwege
Startpunkt: Fähre in Pünderich

Ihr Weg:
Setzen Sie mit der Fähre auf die andere Moselseite und steigen Sie die 440 Stufen zur Marienburg hinauf. Unterwegs können Sie sich auf einigen Schautafeln über den Weinanbau informieren (Weinlehrpfad). Gehen Sie jetzt Richtung Aussichtsturm und genießen Sie erst einmal den atemberaubennden Rundumblick. Nach ca. nach 1 km biegen Sie bei einer Schutzhütte nach links in den Wald ein und folgen den Schildern zur „Leofelsen“. Von diesem Aussichtspunkt sehen Sie die Burg Arras. In der Burg gibt es Besichtigungsmöglichkeit und auch Gastronomie. Rückweg am Alfbach entlang zur Mündung in die Mosel. Dort können Sie mit dem Schiff nach Pünderich zurückfahren. Abfahrt ca. 14 Uhr.

Wandertipp 11: „zum höchsten Berg“

Route: geteerte Wege, Waldwege
Anspruch: einfach bis mittel, Steigungen, ca. 16 km, festes Schuhwerk empfohlen
Dauer: ca. 4 bis 4 1/2 Stunden
Startpunkt: Kirche in Pünderich

Ihr Weg:
An der Kirche gehen Sie über die Hauptstraße. Nach 20 m, in einem kleinen Bruchsteinhäuschen, befindet sich das ehemalige Eichamt von Pünderich. Auf der sanft ansteigenden Straße gehen Sie bis zum Wald durch die Weinberge. Vom Waldrand an folgen Sie den Schildern „Bummkopf“. Das ist mit 421 m die höchste Erhebung in unserer Gegend. Am früheren Berghotel „Bummkopf“ (wird derzeit nicht bewirtschaftet) steht an der Hauptstraße ein Wegweiser. Gehen Sie entweder Richtung „Wilhelmshöhe“ oder „Schöne Aussicht“. Von da aus halten Sie sich an die Schilder „Briedel“. Steiler Abstieg! In Briedel gehen Sie zum Moselufer zurück nach Pünderich.

Tipps und weiterführende Informationen zum Wandern an der Mosel

„Collis-Steilpfad“ Steile Felswände und herrliche Panoramablicke
Weinlehrpfad Pünderich – Weingeschichte an den Hängen der Marienburg

Wir empfehlen für müde Füße:
Die Wassertretanlage nach Pfarrer Kneipp in Pünderich und die Wassertretanlage in Briedel am Moselufer!
Mit etwas Glück (oder Planung) hat auch eine der Einkehrstationen während Ihrer Wanderung geöffnet.

Führungen in und um Pünderich

Historische Ortsführung

Worum gehts?
Qualifizierte Führung durch den historischen Ortskern von Pünderich
Termine
Die aktuellen Termine entnehmen Sie unter „Wo ist was los?“ und im Veranstaltungskalender
Treffpunkt
17.00 Uhr an der Fähre
Dauer
ca. 1,5 Stunden mit Abschluss in einem Gewölbekeller
Preis
5,00 Euro (inkl. Andenkenglas gefüllt mit Pündericher Wein oder Traubensaft)
Anmeldung
Tourist-Information, Raiffeisenstraße 3 (Tel.: 0 65 42 / 90 00 21)

Kanonenbahn Bullay – Reil

Worum gehts
Geführte Wanderung entlang der Kanonenbahn
Termine
Nach Voranmeldung (mind. 8 Personen)
Treffpunkt
Umweltbahnhof Bullay
Dauer
ca. 3 Stunden (Rückfahrt von Reil mit der Bahn)
Preis
10 Euro pro Person
Anmeldung
Tourist-Information Zeller Land (Tel.: 0 65 42 – 96 22 0) oder Manfred Simon, Pünderich (Tel.: 0 65 42 – 22 84 9), E-Mail