Klatsch und Tratsch

Pündericher Briefe Teil 7

Und schon haben wir den nächsten Pündericher Brief für Sie. Diesmal geht es um einen Annäherungsversuch aus dem Jahre 1939. Romantisch, formvollendet, aber nicht so einfach wie heute. Eine Abteilung des Regiments Großdeutschland war vom Spätjahr 1939 bis zum Ausrücken zum Frankreichfeldzug 1940 in Pünderich stationiert. Der Soldat Hans Hendian sieht ein Pündericher Mädchen (Maria Mentges, später Maria Mertes) gegenüber im Weinberg und möchte sie kennenlernen.

Die Rechtschreibung des Briefes ist weitestgehend original belassen. Die Zeilenlänge entspricht der des Originals.

Möchten Sie diesen Brief ausdrucken, nutzen Sie bitte das Pündericher Brief Teil 7

Marienburg (Feuerstellung 8. Geschütz), den 10.11.39.

Liebes Fräulein Maria!

Verzeihen Sie bitte, dass ich die
große Frechheit besitze, Sie brieflich kennen
zu lernen! Also nochmals Pardon!
Vielleicht können Sie sich erinnern,
es war zur Zeit der Weinlese, als
Sie an unserem Unterstand “Villa
Windig“ waren, wollte ich Sie so
gerne persönlich kennen lernen, leider
ist mir dieses durch einen Oberschützen
der Gebirgsjäger unmöglich gemacht
worden; und ich wollte Sie doch nicht

Ihrem lieben Herrn Papa gegenüber
in Verlegenheit bringen.
Gestern, also Donnerstag, bin
ich in Pünderich gewesen, um Sie
wiederzusehen, leider umsonst. Ich ver-
stehe Sie aber vollkommen, vom
weiblichen Standpunkt aus gesehen, ist
das eine Unmöglichkeit. War bei
Ihnen ein Zivilist, der Sie zu Hotel
Schneider führen sollte? Er hat in
meinem Auftrag gehandelt. Sind Sie
mir bitte nicht böse. –
Nun trete ich mit einer
Bitte zu Ihnen. Wäre es möglich,
dass wir uns vor der Kirmes in

Briedel einmal treffen könnten?
Falls Sie Interesse an diesem Zu-
sammentreffen haben sollten, so
bitte ich Sie, am Sonnabend um
16.00Uhr an der Fähre in Pünderich mich
zu erwarten.
In der Hoffnung ein frohes
Wiedersehen mit Ihnen feiern zu dürfen,

verbleibe ich Ihr
Hans Hendian

Meine Adresse: Gefr. Hans Hendian
Alf-Bullay (Mosel)
Marienburg.

Anmerkung:>

Hotel Schneider ist heute die Alte Dorfschenke.
Der Unterstand „Villa Windig“ lag an der Kreuzung vom Weg Escherling, Marienburger Weg
und Weg durch die Briedeler Weinberge. Gegenüber auf der „Kehr“ lag der Weinberg des Jakob Mentges (heute ein Parkplatz).

 

In bestimmten Abständen werden diese Briefe von Pünderichern veröffentlicht, die das Leben und die Geschehnisse unseres Dorfes in der Vergangenheit zum Inhalt haben. Wir möchten Euch Interessantes über unsere eigene Vergangenheit bieten und gleichzeitig weitere Mitbürger dazu anregen, mit eigenen Beiträgen die Serie zu bereichern und um ihr Kontinuität zu verleihen.
Gleichzeitig bietet sich für uns alle dadurch die Gelegenheit, Wissen und Dokumente, die vielleicht in der nächsten Generation mangels Interesse und Schwerlesbarkeit nicht aufbewahrt werden, für unsere Nachwelt und Ortsgeschichte zu erhalten.Die Briefe werden auf den Seiten der Dorfchronik gesammelt.Wer eigene Beiträge zur Verfügung stellen möchte, wende sich bitte an:
Paul Ludwig Mertes,
Tel.: 0 65 42 – 2 20 10

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