Klatsch und Tratsch

Hausbesuche des Nikolaus

Am Montag, den 5. Dez. 2011, ab 17.00 Uhr, besucht der Nikolaus die Kinder in Pünderich und Umgebung.

Anmeldung bei: Winfried Schneiders

Telefon: 06542-22628 oder per

Winfried Schneiders

Nikolaus oder Weihnachtsmann?
Das ist den Kindern vorerst ganz egal. Hauptsache der Nikolaus/Weihnachtsmann kommt am Vorabend des 6. Dezember.
Über die Darstellung des Nikolaus als Bischof oder Weihnachtsmann kann man verschiedener Meinung sein. Nikolaus als Bischof im glänzenden Gewand mit Mitra darzustellen ist genauso falsch wie der Nikolaus im roten Mantel. Die Mitra eines Bischof gibt es erst seit dem 11. Jahrhundert. Also 700 Jahre nach seinem Tode. Man sollte sich einmal mit der Geschichte des 4. Jahrhundert befassen, was die Leute damals getragen haben. Auch heute noch werden Mäntel mit Kapuze in vielen orientalischen und arabischen Ländern getragen, genauso wie damals. Somit kommt der Mantel des Weihnachtsmann näher an die Darstellung des Nikolaus heran, als die unkorrekte Darstellung als Bischof mit Mitra.
Da ich mehrmals in Demre (Türkei) war, dem ehemaligen Myra, habe ich mich intensiv mit der Geschichte des heiligen Nikolaus befasst und kenne auch seinen Wirkungskreis.
Zum Schluß sei gesagt, in Pünderich gab es nie einen offiziellen Nikolaus im Bischofsgewand. Meine Vorgänger Peter Engel und Gerhard Faßbender traten immer als Weihnachtsmann in Erscheinung. Peter Engel sogar im schwarz/roten Kostüm, Der heutige Mantel des Pündericher Nikolaus ist der uralte Mantel des Pündericher Kirchenschweizer. Die Stiefel stammen von meinem Vater sind fast genauso alt. Man kann also sagen historisch.
In Pünderich gibt es noch die alte Tradition des Nikolausbesuches, in den Nachbargemeinden schon lange nicht mehr. Drum bin ich nicht nur Pünderich unterwegs, sondern erfreue auch die Kinder in Briedel und Reil. Ich freue mich auf dasJahr 2012 um wieder viele strahlende Kinderaugen zu sehen. Den meisten Respekt vor dem Nikolaus am Nikolausabend haben meist Oma und Opa.

Eine friedvolle Weihnachtszeit wünschen ich allen Bürgern

Winfried Schneiders
– Der Pündericher Nikolaus –

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Vanessa Buss

Es freut mich, dass wir in Pünderich einen so gut informierten Nikolaus haben!
Tatsächlich weiß man nicht genau, wie die Kopfbedeckungen der damaligen Bischöfe ausgesehen haben. Die Nikolausverehrung begann in Deutschland/Europa aber erst im 10./11. Jahrhundert. Das erklärt dann die Mitra als Zeichen des Bischofs Nikolaus.
Wichtiger als das historische Aussehen ist mir die Unterscheidungsmöglichkeit zwischen Nikolaus und Weihnachtsmann – die eben durch die Darstellung des Heiligen Nikolaus als Bischof gewährleistet wird.
Denn der Nikolaus wirbt als Heiliger für eine ganz andere Botschaft als der aktuelle (!!) Weihnachtsmann. Er wurde schließlich nicht verehrt, weil er die größten und teuersten Geschenke brachte. Der Heilige Nikolaus half dort, wo Not am Mann war. Wenn der Nikolaus heute Kinder beschenkt, dann will er mit dieser Geste darauf hinweisen, dass beschenkt werden etwas Schönes ist, dass aber selber zu geben, Not zu lindern und für andere da zu sein noch viel schöner sein kann!
Ich weiß nicht, ob diese Botschaft durch den Weihnachtsmann auch vermittelt werden kann. Durch die Werbeindustrie missbraucht geht es beim Weihnachtsmann jedoch meistens darum, wer die tollsten Geschenke bekommen hat, also letztlich um Konsum.
Die Botschaft des Nikolaus ist eine andere, und die verstehen auch schon die Kinder!
Dafür aber müssen die beiden Herren voneinander unterschieden werden können. Und weil der Heilige Nikolaus sehr wahrscheinlich Bischof war, warum soll er dann nicht auch für die heutigen Menschen als Bischof kenntlich gemacht werden?
Man kann über dieses Thema natürlich viel diskutieren! Ich persönlich halte den Nikolaus für eine Figur, die wichtige Werte vermittelt – das geht sicher auch ohne Mitra, aber mit Mitra wird es für mich einfach deutlicher!

Viele Grüße!

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Christian Junk

Solange ich mich erinnern kann hat in Pünderich immer der Nikolaus die Hausbesuche gemacht. Es wurde nie über den Weihnachtsmann gesprochen. Zugegeben, man kann sich darüber streiten ob mit oder ohne Mitra und Bischofsstab. Ich persönlich fände einen eindeutigen Bezug zum Bischof auch passender.
Aber wie Winfried schon schreibt geht es hier auch um eine lange Tradition. Früher hat man sich sicherlich nicht diese Gedanken um das Aussehen des Nikolaus gemacht.
Viel wichtiger als das korrekte Erscheinungsbild ist das was die Eltern den Kindern über den Nikolaus erzählen. Gerade in der heutigen Zeit, wo die von Vanessa angesprochenen Medien den „Weihnachtsmann“ mit den meist falschen Werten immer mehr in den Vordergrund rücken, ist es wichtig den Kindern das richtige Bild zu vermitteln.

Ich bin froh das Winfried diese alte Tradition für Pünderich und Umgebung fortführt, auch wenn er als Nikolaus nicht eindeutig das Aussehen eines Bischofs hat.

Eine schöne Adventszeit!

Gruß Christian

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peter friesenhahn

als ich ein kleiner Junge war, bekam ich auch Besuch vom Nikolaus und, um nicht zu vergessen, vom Belzebock. Der rasselte mit Ketten und stand hinter einem schwarzgekleideten Mann mit weißem Bart. Ich hatte so fürchterlich Angst, dass ich hinters Sofa sprang, die Hände faltete und betete: „Lieber Gott, lass diese Männer schnell aus unserem Wohnzimmer verschwinden, ich will im nächsten Jahr auch immer lieb sein.“ Vielleicht hat dieser Besuch mich ja für mein Leben traumatisiert, Nikolausmäßig psychisch destabilisiert und Nikolausneurosen und Weinachtswahnvorstellungen hervorgerufen, aber eines Tages, ich war da schon ein bisschen älter hatte ich die Lösung für dieses verinnerlichte Nikolaustrauma gefunden. Viel Spaß mit dem Film vom Weinachtsmann.

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Julian Simon

Ja, da muss ich Peter zustimmen.
Bei dem ganzen Wirrwarr von Nikolaus und Mitra, BIschof und schwarzen Kleidern bekomme ich auf einmal tierische Lust auf Ostern.
Vieleicht ein weiteres Thema ueber dass man hier grossartig philosophieren oder fachsimpeln koennte.

Desweiteren wunsche ich allen aus der Heimat ein hocherfreuliches und – explosives Weihnachtsfest, …..mit Christkind .

Gruesse aus Down Under
dae Jules

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